STOLPERSTEINE GELSENKIRCHEN

Gemeinsam gegen das Vergessen


Stolpersteine Gelsenkirchen

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Verlegeort NAPHTALI HESS

JG. 1875
DEPORTIERT 1942
RIGA
ERMORDET
NOV. 1943


Verlegeort RECHA HESS

GEB. WOLFSHEIMER
JG. 1876
DEPORTIERT 1942
RIGA
ERMORDET
NOV. 1943


Verlegeort ERNST HESS

JG. 1910
DEPORTIERT 1942
RIGA
1944 STUTTHOF
ERMORDET



Verlegeort EVA HESS

GEB. GOLDSTEIN
JG. 1915
DEPORTIERT 1942
RIGA
1944 STUTTHOF
ERMORDET


Verlegeort HERBERT HESS

JG. 1910
1942 GESTAPOLAGER
BIELEFELD
DEPORTIERT 1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ



Verlegeort REGINE HESS

GEB. ISAAK
JG. 1923
1942 GESTAPOLAGER
BIELEFELD
DEPORTIERT 1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ


Verlegeort GERSON HESS

JG. 1942
1942 GESTAPOLAGER
BIELEFELD
DEPORTIERT 1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Verlegung März 2020, Ewaldstraße 42

Ewaldstrasse 42 im März 2019

Abb.1: Ewaldstraße 42 in Gelsenkirchen-Resse, hier hatte die jüdische Familie Hess ihren Lebensmittelpunkt. Im Ladenlokal (ganz links) befanden sich bis zur Vertreibung und Enteignung durch das NS-Terrorregime Werkstatt und Verkauf der Schuh- handlung Naphtali Hess.

Der Schuhmacher Naphtali Hess [1] , geboren am 14. Juli 1875 in Hintersteinau, war zunächst mit Frederika, geborene Stein verheiratet, diese starb bereits am 16. September 1908. Aus dieser Ehe gingen drei gemeinsame Kinder hervor: Siegfried, geboren am 11. Februar 1902 in Fulda, Malwine, geboren am 20. Juli 1904 in Fulda, später verheiratete Blum und der am 6. März 1907 in Gelsenkirchen geborene Ludwig. Naphtali Hess heiratete ein zweites mal, die am 7. September 1876 in Frankfurt/Main geborene Recha Wolfsheimer [2]. Aus dieser zweiten Ehe gingen zwei Kinder hervor, der am 19. Dezember 1910 in Resse geborene Ernst [3] und der am 13. Januar 1913 ebenfalls in Resse geborene Herbert [3] [4].

Die Lebenswege von Siegfried und einer möglichen Familie und die von Malwine lassen sich vor dem Hintergrund fehlender Dokumente nicht darstellen. Ludwig wurde am 9. Dezember 1941 von Kassel nach Riga deportiert, von dort am 3. November 1943 nach Auschwitz verschleppt und dort am 23. Dezember 1943 ermordet.

Naphtalie und seine Frau Recha wurden von der Ewaldstr. 42 zum 'Umzug' in das so genannte Judenhaus Theresienstr. 6 gezwungen, bereits am 17.5.1939 (Stichtag Volkszählung ) sind sie dort verzeichnet. Beide werden am 27. Januar 1942 nach Riga deportiert. Naphtalie Hess und seine Frau Recha wurden bei Auflösung des Ghetto Riga im November 1943 ermordet.[5]

Erfassungsbogen KZ Stutthof

Abb.2: Erfassungsbogen des KZ Stutthof für Ernst Hess

Ernst Hess war mit Eva, geborene Goldstein, geboren am 20. April 1915 in Lodz verheiratet. Beide lebten in Gelsenkirchen zunächst an der damaligen Theresienstraße - hier sind zwei Hausnummern bekannt, Nr. 10 und Nr. 6 jedoch kein Zeitraum, dann zwangsweise im so genannten "Judenhaus" an der Bahnhofstr. 39 (mit Stichtag der Volkszählung 17.5.1939 [6]) Ernst und Eva wurden von dort am 27. Januar 1942 nach Riga deportiert und mit dem Näherrücken der Roten Armee mit einem der so genannten 'Evakuierungstransporte' am 1. Oktober 1944 in das KZ Stutthof verschleppt, wo beide ermordet worden sind. [7]

Herbert Hess, geboren 13. Januar 1913 in Buer ist 1939 an der Theresienstr. 6, zum Stichtag der o.g. Volkszählung an der Bahnhofstraße 39 verzeichnet [8], lebte mit seiner Familie auch zeitweilig an der Ewaldstraße 42, befand sich danach zwangsweise in einem so genannten "Umschulungslager" in Bielefeld, Schloßhofstraße das auch "Arbeitseinsatzstelle" genannt wurde und unter ständiger Aufsicht der Gestapo stand. Von dort wurde Herbert Hess am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Seine Frau Regina, geborene Isaak, geb. am 31. Juli 1923 in Essen[9] und ein gemeinsames, in Gelsenkirchen geborenes Kind, Gerson, geb. am 24. März 1942 in Gelsenkirchen [10] wurden mit dem gleichen Transport von Bielefeld nach Auschwitz deportiert und ebenfalls dort ermordet.

Quellen:
[1] Gedenkbuch Bundesarchiv, ID-Nummer: 862839
[2] Ebda., ID-Nummer: 862875
[3] Ebda., ID-Nummer: 862497
[4] Ebda., ID-Nummer: 862463
[5] Deportationslisten jüdische Kultusgemeinde Gelsenkirchen
[6]Einwohnerkartei Gelsenkirchen, ISG
[7] Volkszählung 1939, www.mappingthelives.org
[8] Deportationslisten jüdische Kultusgemeinde Gelsenkirchen
[9] Volkszählung 1939, www.mappingthelives.org
[10] Gedenkbuch Bundesarchiv, ID-Nummer: 862875
Adressbücher Stadt Gelsenkirchen 1927, 1939

Abbildungen:
[1] Gelsenkirchen, Ewaldstrasse 42 im März 2019. Foto: Gelsenzentrum e.V.
[2] ITS Digital Archive, Arolsen Archives, 1.1.41.1 / 4398995, Einlieferungsbuch des KL Stutthof


Andreas Jordan, Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. Dezember 2019

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