STOLPERSTEINE GELSENKIRCHEN

Gemeinsam gegen das Vergessen


Stolpersteine Gelsenkirchen

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Verlegeort EMIL LÖWENTHAL

JG. 1873
DEPORTIERT 1942
RIGA
ERMORDET 26.3.1942
JUNGFERNHOF


Verlegeort FLORA LÖWENTHAL

GEB. HEYMANN
JG. 1876
DEPORTIERT 1942
RIGA
ERMORDET 26.3.1942
JUNGFERNHOF


Verlegeort BRUNO LÖWENTHAL

JG. 1902
FLUCHT 1937
FRANKREICH
INTERNIERT DRANCY
DEPORTIERT 1944
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Verlegeort KURT LÖWENTHAL

JG. 1907
FLUCHT 1937
BELGIEN
1938 FRANKREICH
VERSTECKT GELEBT
BEFREIT / ÜBERLEBT


Verlegeort ERWIN LÖWENTHAL

JG. 1911
VERHAFTET 1939
DACHAU
1939 BUCHENWALD
BEFREIT/ÜBERLEBT

Verlegeort: Karl-Meyer-Straße 2

Emil Löwenthal, geboren am 13. September 1873 in in Grunau/Westpreussen [1] war mit Flora Löwenthal, geborene Heymann, geboren am 15. Oktober 1876 in Gnesen (Gniezno) verheiratet. Die Hochzeit fand 1899 statt. [2] Das Ehepaar hatte vier gemeinsame Kinder, die am am 16. August 1900 geborene Erna, den am 6. Januar 1902 geborenen Bruno, den am 10. Dezember 1907 in Gelsenkirchen geborenen Kurt und den am 3. November 1911 geborenen Erwin. Erna und Bruno wurden in Kamen, Kurt und Erwin in Gelsenkirchen geboren. Ansässig war Familie Löwenthal seit etwa 1906 in Rotthausen an der Karl-Meyer-Strasse 2. Vater Emil Löwenthal betrieb dort ein kleines Kaufhaus mit breit gefächerten Warensortiment. Kurt und sein Bruder Erwin waren Inhaber einer Süßwarenhandlung.

Erna verließ Gelsenkirchen bereits 1922, zog nach Essen und heiratete dort. Die Eltern Emil und Flora, Tochter Erna, deren Kinder Inge, Gerd, Max - eine weitere Tochter überlebte die Shoa - und Bruno wurden von den Nazis ermordet. Kurt Löwenthal überlebte den Holocaust in Südfrankreich, kehrte mit seiner Frau und zwei Kindern zunächst nach Gelsenkirchen und emigrierte 1951 in die USA [3]. Erwin wurde 1945 von der US Army aus dem KZ Buchenwald befreit [4], starb jedoch tragischerweise 1947 bei einem Autounfall in Gelsenkirchen.

Kaufhaus Emil Löwenthal in Rotthausen. (Sammlung Volker Bruckmann/Karlheinz Weichelt)

Abb.1: Das Kaufhaus Emil Löwenthal in Rotthausen an der Karl-Meyer-Straße 2, um ca. 1910

Bruno Löwenthal

Abb.2: Bruno Löwenthal wird in Auschwitz registriert und bestätigt mit seiner Unterschrift die Angaben zur Person

Bruno Löwenthal war das erste Familienmitglied, dass aus Nazi-Deutschland nach Frankreich floh. Dort heiratete er Lisa Fister. Bruno wurde am 14. Februar 1944 in Grenoble/Frankreich von den Nazis verhaftet und zunächst im "Sammel- und Durchgangslager" Drancy bei Paris interniert. Von dort wurde er mit dem Transport Nr. 69 am 7. März 1944 nach Auschwitz verschleppt. Der Transport erreicht Auschwitz am 10. März 1944. Bruno Löwenthal erhielt mit dem Hintergrund der Entmenschlichung die Häftlingsnummer 174965.[5]

"Die Deportationszüge mit Juden und Jüdinnen aus ganz Europa kamen von Frühjahr 1942 bis Mai 1944 an der ‚Alten Rampe‘ am Güterbahnhof von Auschwitz, danach an der Rampe in Birkenau an, zum Teil auch im freien Gelände. Bei ihrer Ankunft wurden die Deportierten oft mit Schreien und Schlägen von der SS aus den Waggons getrieben. Dabei mussten auch Häftlinge des „Kanada-Kommandos“ helfen, die später das zurückge-lassene Gepäck der Angekommenen einzu-sammeln hatten. (Nur bei wenigen Transporten wurden die zur Zwangsarbeit Selektierten mit ihrem Gepäck ins KZ Buna/Monowitz gebracht.)

Direkt neben dem Zug fand die erste Selektion durch SS-Offiziere, ab März 1943 ausschließlich durch SS-Ärzte statt, nur die „Arbeitsfähigen“ wurden zur Zwangsarbeit in Auschwitz und seinen zahlreichen Nebenlagern, darunter das KZ Buna/Monowitz, aussortiert. Kinder unter 16 Jahren, Frauen mit Kindern und Alte wurden sofort zur Ermordung in die Gaskammern geschickt. Oft wurden sie mit Lkws weggebracht. Da es hieß, diese Lkws brächten die Schwachen "zur Erholung" fort, stiegen manchmal auch andere auf die Lkws, die sich nach der Deportation im Viehwaggon geschwächt fühlten. Etwa 70–80% der Ankommenden wurden direkt ins Gas geschickt.

Die Übriggebliebenen wurden zu Fuß oder auf Lkws in die Quarantäneblöcke des Stammlagers und Birkenaus bzw. direkt in die Quarantäneblöcke des KZ Buna/Monowitz gebracht. Dort mussten sie sämtliche Wertsachen und ihre Kleidung abgeben, kamen zur „Entlausung“ und wurden in kalte Duschen geführt. Häftlinge hatten sie am Kopf und am ganzen Körper zu rasieren. Diese Prozedur dauerte manchmal Stunden. Die Neuankömmlinge erfuhren häufig bereits zu diesem Zeitpunkt von den Häftlingen, dass ihre Angehörigen, von denen sie so plötzlich getrennt worden waren, in Birkenau ermordet wurden.

Nach der Rasur wurden die Neuankömmlinge nackt zur Kleiderausgabestelle getrieben, wo sie einen Satz Häftlingskleidung erhielten: Hose und Jacke aus blau-weiß gestreiftem Baumwoll-Drillich, ein Hemd, eine Unterhose, eine Mütze und in der Regel Holzschuhe. Dann wurden sie von Häftlingen unter Aufsicht der SS registriert und den „nichtarischen“ Häftlingen die Häftlingsnummer in den linken Unterarm tätowiert.

"Im KZ Buna/Monowitz erhielt jeder Häftling zwei Stoffstreifen mit Nummer und Winkel, die er auf der Jacke in Brusthöhe und auf der Hose am rechten Oberschenkel annähen musste. Ihrer Individualität beraubt fanden sich die Neuankömmlinge in einer ihnen unverständlichen Umgebung wieder. Die Ankunft und die plötzliche Trennung von den Angehörigen müssen wie ein Schock gewesen sein. Der Anblick der ausgemergelten Häftlinge auf den Lagerstraßen dürfte ihnen zudem schnell klar gemacht haben, welches Schicksal auch ihnen zugedacht war." [6]

Am 26. März 1944 wird Bruno Löwenthal in den Häftlingskrankenbau (HBK) des I.G.-Farben Lagers Monowitz aufgenommen und am 1. April 1944 wieder entlassen. Aus welchem Grund er im HKB aufge-nommen wurde, wissen wir nicht. [7] "Der Krankenbau entsprach in seinen Standards bei weitem nicht den Notwendigkeiten eines Kranken-hauses. Neben qualifiziertem Personal und angemessener Ernährung fehlte es an grundlegenden Medika-menten und Verbandsmaterial, Geräten, Räumlichkeiten und Betten. Im Krankenbau wurden 1944 wöchentlich durchschnittlich 1.000 Häftlinge aufgenommen, behandelt und möglichst rasch wieder entlassen, so „daß die SS-Ärzte weniger Kranke und Sterbende zum Abtransport in die Birkenauer Gaskammern selektierten. Gleichzeitig steigerten die Funktionshäftlinge die Zahl der täglich ambulant behandelten Mitge-fangenen von anfänglich 300 auf bis zu 1300 im August 1944." Die I.G.-Farben hatte der Einrichtung eines Krankenbaus nur widerstrebend zugestimmt und sträubte sich gegen seine Erweiterung, so dass die Kranken oft ungeachtet ihrer jeweiligen Krankheit zu zweit in ein Bett teilen mussten. Hinzu kam, dass es nur in drei Baracken des HKB fließendes Wasser gab und statt Toiletten oftmals nur Eimer in der Zimmerecke, die die Schwerkranken nicht erreichen konnten. Der Boden war verklebt von Blut, Eiter und Kot." [8] Bruno Löwenthals Spur verliert sich im Vernichtungslager Auschwitz.

Mémorial de la Shoah in Paris

Abb.3: Bruno Löwenthals Name findet sich auf dem Mémorial de la Shoah in Paris.

Emil und Flora Löwenthal wurden am 27. Januar 1942 von Gelsenkirchen nach Riga verschleppt und im KZ Jungfernhof interniert. Im März 1942 wurde dieses Lager aufgelöst. Unter einem Vorwand, sie kämen in ein – tatsächlich nicht existierendes – Lager in Dünamünde, wo es bessere Unterkünfte und eine Arbeitsmöglichkeit in einer Konservenfabrik gebe, wurden zwischen 1.600 und 1.800 Insassen während der "Aktion Dünamünde" mit Autobussen in den nahe gelegenen Wald von Bikernieki gebracht. Unter Leitung von Offizieren der Sicherheits-polizei führten etwa zehn Mann des von Victors Arajs geführten "Kommando Arajs" die Erschießungen in von anderen Internierten vorbereiteten Massengräbern durch. In mehreren Erschießungen wurden bei der Mordaktion Dünamünde ungefähr 1.800 Menschen aus dem KZ Jungfernhof und 3.000 aus dem Ghetto Riga ermordet.[9] Unter den am 26. März 1942 Ermordeten befanden sich auch Emil und Flora Löwenthal. [10]

Erwin Löwenthal geriet im Frühjahr 1939 in die Fänge der NS-Verfolgungsbehörden. Nachdem er in der so genannten "Kristallnacht" im November 1938 in Gelsenkirchen-Rotthausen zusammengeschlagen wurde, bereitete er seine Flucht aus Nazi-Deutschland vor. Es ist davon auszugehen, dass er beabsichtigte, nach Belgien zu fliehen. Im Raum Aachen wurde er am 6. März 1939 verhaftet [11] und zunächst in das KZ Dachau eingewiesen. Im so genannten Zugangsbuch von Dachau ist seine Registrierung am 26. April 1939 festgehalten. [12] Fast sechs Jahre sollte es dauern, bis Erwin Löwenthal von der US Army aus der von Menschen erdachten Hölle von Buchenwald befreit wurde.

Häftlings-Personal-Karte Erwin Löwenthal

Abb.4: Von Dachau wird Erwin Löwenthal weiter nach Buchenwald verschleppt, der "Häftlings-Personal-Karte" ist zu entnehmen: "Überstellt am 27.9.1939"

Arbeitskommandos

Abb.5: Erwin Löwenthal wurde in Buchenwald verschiedenen "Arbeitskommandos" zugeteilt. In den einzelnen Kommandos wurden die Menschen von den SS-Männern mit unvorstellbarer Bestialität geschunden und gequält.

Als Neuankömmling in Buchenwald wurde Erwin Löwenthal zunächst dem Arbeitskommando Steineträger zugeteilt. "Der Kalksteinbruch am Ettersberg, westlich der SS-Kaserne gelegen, lieferte das Material zum Lageraufbau und zur Befestigung der Wege und Straßen. Die Arbeit in diesem Häftlingskommando zählte zu den schwersten körperlichen Torturen, die Menschen in Buchenwald ertragen mußten. Mit primitiven Mitteln wurde der Stein gebrochen, bearbeitet und transportiert. Der Steinbruch war berüchtigt als Ort pausenloser Mißhandlungen durch Kommandoführer und Kapos. Zeitweise arbeiteten mehrere Hundert Häftlinge, darunter die Neuankommenden und die Strafkompanie, in diesem Kommando. Häufig wurden hier Häftlinge von der SS "auf der Flucht erschossen". [13] Die SS-Mörder bekamen für jeden "vereitelten Fluchtversuch" drei Tage Sonderurlaub.

Warum Erwin Löwenthal dann der so genannten "Strafkompanie" zugeteilt wurde, lässt sich nicht mehr feststellen. "Die zeitweise oder dauernde Einweisung in die Strafkompanie (Block 36) war eine gefürchtete Lagerstrafe. Maßnahmen, die den Einzelnen auch sonst immer treffen konnten - Prügelstrafe, Essensentzug, Strafestehen, Strafarbeit, Baumhängen, Strafexerzieren - , gliederten hier einen von fortgesetzter Folter geprägten Alltag. Besonders stark waren Homosexuelle, Polen, Russen und Juden davon betroffen. Auch jeder Verdacht auf Widerstand hatte die Einlieferung in die Strafkompanie zur Folge. Ab Mai 1940 gab es neben der Strafkompanie noch die K-Kompanie, in der Vergehen gegen den Kriegszustand, vor allem gegen die Kriegswirtschaft, geahndet wurden. Die K- und Strafkompanie war eine geschlossene Strafanstalt des Lagers. Die betreffenden Blocks waren nochmals mit Stacheldraht umzäunt und verschlossen. Aus dem Bericht des ehemals politischen Häftlings Max Pabst: "Wir durften, wenn wirklich mal die Arbeitszeit zu Ende ging, keinerlei Berührung mit den übrigen Häftlingen haben. [...] Wir hatten keinen Kantineneinkauf, durften kein Geld haben und durften nicht rauchen. Wir mußten Sonntags arbeiten. [...] Wir mußten strafexerzieren. [...] Wir wurden vom Aufstehen bis Insbettgehen geschlagen und geschlagen." [14]

Ein ehemaliger Buchenwaldhäftling beschreibt die Zwangsarbeit im Steinbruch:

Steinbruch Buchenwald, Ende 1943

Abb.6: Steinbruch Buchenwald. Im Hintergrund die Kasernen der Waffen-SS.

"Als Zugang hatte ich das Pech, einem der gefürchtetsten Arbeitskommandos "dem Steinbruch" zugeteilt zu werden. Unsere Arbeit bestand darin, Steine zu brechen, vollgeladene Loren an ihren Bestimmungsort zu ziehen, oder auch die Steine einzeln auf der Schulter über einen steilen Abhang nach dem oberen Rande des Steinbruchs zu transportieren. Ich wurde einer Kolonne zugeteilt, welche die Loren zu ziehen hatte. Diese schwere Arbeit mußte im Laufschritt ausgeführt werden, und die SS-Posten, unter deren ständiger Überwachung wir standen, sorgten dafür, daß wir das nötige Tempo behielten. Den ganzen Tag über hagelte es Fußtritte und Gewehrkolbenstöße und wehe, wenn die Posten schlechter Laune waren, oder sich die lange Weile vertreiben wollten, dann kamen alle die Schikanen an die Reihe, die diese Landsknechte im Laufe der Zeit entwickelt hatten.

Ganz besonders die Schwachen waren die Zielscheibe der SS. Brach einer von uns vor Erschöpfung zusammen, so versuchten ihm diese SS-Bestien durch Kolbenstoße wieder auf die Beine zu helfen. Gelang dies nicht, so wurde er bewußtlos geschlagen und beiseitegeschleift, wo er, gleichgültig bei welchem Wetter, ob Schnee oder Regen, ob Hitze oder Kälte, liegen blieb. Nicht genug damit, erwartete den Armen in der Regel am Abend eine Meldung des Postens wegen Arbeitssabotage oder Arbeitsunlust, auf Grund deren er dann in den Bunker wanderte, oder über dem Bock 25 Stockschläge ausgezahlt bekam. Viele haben in ihrer Verzweiflung den Weg über die Postenkette gewählt, um durch eine Kugel von diesem elenden Leben erlöst zu werden.

Der Steinbruch war ein Himmelfahrtskommando, das sicherlich in der ersten Zeit die meisten Opfer kostete. Es war eine Freistätte, wo sich der Terror der SS hemmungslos austoben konnte, daß solche Gefangene, die der Lagerleitung aus irgend einem Grunde unbequem waren, zur kalten Liquidierung dorthin abkommandiert wurden. Selbst für einen kräftigen Menschen war es unmöglich, unter den herrschenden Arbeitsverhältnissen lange Zeit auszuhalten.

Gearbeitet wurde bei jeder Witterung vom Morgengrauen bis zum Abend, und selbst an Sonntagen hatten wir keine Ruhe. Es gab nur eine kurze Mittagspause, die oft von der Laune der SS-Posten abhing. Die Ernährung war so schlecht, daß sie selbst für einen Menschen, der nicht gearbeitet hätte, gerade ausreichte, um das nackte Leben zu erhalten. Durch die jahrelange Zellenhaft im Zuchthaus waren meine Muskeln vollkommen erschlafft und der plötzliche Wechsel zu einer so schweren körperlichen Arbeit führte zu einer Revolution aller Körperteile. (...) " [15]


Die Krankenkarte von Erwin Löwenthal nennt den Begriff "Schonung" (abgekürzt mit Sch on. bzw. Schg.) Die so genannte "Schonung" bekamen die arbeitsunfähigen Häftlinge, deren Leiden nicht schwer geung waren, um in den Krankenbau aufgenommen zu werden. Trotz ihres oftmals schweren Krankheitszustandes wurden auch diese Häftlinge zu Arbeiten herangezogen, sie wurden beispielsweise im Holzhof mit Sägen oder in der Gärtnerei "beschäftigt. Von einer tatsächlichen Schonung konnte keine Rede sein.

'Krankenkarte' von Erwin Löwenthal

Abb. 7: KZ Buchenwald, Krankenkarte von Erwin Löwenthal

Effektenkarte, Erwin Löwenthal

Rückgabe Bekleidung von Erwin Löwenthal

Abb.8: Säuberlich wurde von der SS-Bürokratie festgehalten, welche Kleidungsstücke man Erwin Löwentahl bei der Einlieferung in das KZ weggenommen hatte. Mit seiner Unterschrift auf der Rückseite der Effektenkarte bestätigte er nach der Befreiung durch die Amerikaner die Rückgabe seines Eigentums.

Auf einem Fragebogen für Insassen der Konzentrationslager des Military Government of Germany gibt Erwin Löwenthal am 10. Mai 1945 auf die Frage, wohin er nach seiner Entlassung gehen will 'Gelsenkirchen' an. Weiter heißt es in dem Fragebogen: 'Geben Sie die Namen und die Anschriften dreier vertrauenswürdiger Personen an, die in dem Ort wohnen, wohin Sie gehen wollen und die für Sie bürgen können', Erwin Löwenthal schrieb darunter: 'Eltern und Schwester 1942 ermordet, andere Personen kenne ich nicht'. [16]

In einem handgeschriebenen Brief vom 26. April 1946 [17] schreibt Erwin Löwenthal (...) Mein einziger Wusch ist natürlich, so schnell wie möglich aus Deutschland auszuwandern, da ich hier weder jemand meiner Familienange-hörigen noch meine übrigen Verwandten lebend vorgefunden habe (...). Sein Wunsch erfüllte sich jedoch nicht mehr, Erwin Löwentahl starb 1947 nach einem Autounfall.

Kurt Löwenthal berichtet:

Mein Name ist Kurt Löwenthal, ich wurde am 10. Dezember 1907 in Gelsenkirchen geboren. Meine Eltern hießen Emil und Flora, Mutter war eine geborene Heymann. Mein Vater wurde in Grunau, Westpreußen, nahe der polnischen Grenze geboren, meine Mutter in Gnesen, polnisch Gniezno. Wir waren vier Kinder, meine Schwester Erna war die Älteste, mein älterer Bruder Bruno, ich und mein jüngerer Bruder Erwin.

An meine Großeltern kann ich mich erinnern, jedoch habe ich ihre Namen vergessen, ebenso wie meinen jüdischen Namen. Meine Eltern hatten ein Kaufhaus mittlerer Größe in Gelsenkirchen-Rotthausen, sie verkauften dort alles, was man im täglichen Leben brauchte. Damals konnten solche Geschäfte existieren, es gab in Gelsenkirchen mehrere Geschäfte dieser Art. Wir arbeiteten selber in unseren Geschäften, hatten aber auch Angestellte.

Bei uns Zuhause wurde deutsch gesprochen. Mutter konnte natürlich auch polnisch sprechen, Vater konnte das wohl verstehen, aber nicht selber polnisch sprechen, jiddisch wurde bei uns gar nicht gesprochen. Wir waren eher weltlich eingestellt, natürlich wurden bei uns die jüdische Feiertage begangen. Am Freitag Abend fängt der Schabbat mit dem Sonnenuntergang an, dann wurden auch bei uns Kerzen angezündet. Wir konnten es uns finanziell nicht erlauben, unsere Geschäfte an Schabbat (Samstag) nicht zu öffnen. Freitags gab es Lohn, Gelsenkirchen war ja eine Stadt der Bergleute, fast alle Männer arbeiteten auf den Zechen und so ging am Samstag dann jeder einkaufen. Vater ging jeden Samstagmorgen in die Synagoge. Gelsenkirchen hatte drei Synagogen, drei Synagogen in einer so kleinen Stadt wie Gelsenkirchen! In die eine gingen nur die orthodoxen Juden, in die anderen die Liberalen. Die meisten der deutschen Juden waren liberal. Etwa 4-5 Jahre hatte ich jüdischen Religionsunterricht, den ich allerdings nicht sehr mochte.

Ab etwa Mitte der dreißiger Jahre wurden die Verhältnisse für uns immer schwieriger und auch unerträglicher. Der Verfolgungsdruck stieg beständig, wir lebten wie in einem Ghetto. Wir verloren nach und nach fast alle unsere Kunden. Die Menschen hatten Angst, bei Juden zu kaufen. Später wurde es dann ganz verboten. Die Hasspropaganda gegen uns Juden war allgegenwärtig. Alles wurde uns verboten, wir durften nicht mehr ins Theater oder ins Kino, Sportvereine waren für uns tabu. Freundschaften mit nichtjüdischen Menschen zerbrachen. Nazis kamen in unseren Laden, warfen die Waren umher. Dass Leben in Deutschland wurde für mich unerträglich, ich wollte nicht länger in Deutschland bleiben. Ich war jung und ungebunden, so ging ich 1937 nach Belgien. Danach wurde es noch schlimmer für die in Deutschland lebenden Juden. In der Kristallnacht im November 1938 wurden meine Mutter und mein Bruder Erwin halbtot geschlagen.

Rückblickend möchte ich sagen, wir deutschen Juden hatten einen guten Lebensstandart vor der Macht-übergabe an die Nazis. Sie hatten es besser als die polnischen oder russischen Juden, die in Deutschland lebten. Sie arbeiteten als Ärzte, Kaufleute und Anwälte, sie dachten, dass es so bleiben würde. Es gab Antisemitismus in Deutschland, aber nicht in der Form, wie es ihn z.B. in Polen oder Russland zu der Zeit gab. Ich erinnere mich, als ich zur Schule ging, waren die meisten Deutschen der Meinung, sie hätten den 1. Weltkrieg nicht verloren. Die Armee sei ungeschlagen, an allem seien die Juden Schuld. In der Schule wurde viel über dass Militär und den Krieg geredet. Auch in der Schule gab es schon früh Antisemitismus, aber dass war nicht vergleichbar mit dem, was geschah, nachdem die Nazis an die Macht kamen. Es war ein langsamer, sich stetig steigernder Prozess der Ausgrenzung, Verfolgung und Entrechtung, dass alles kam ja nicht plötzlich.

Meine Eltern, meine Schwester, ihre Kinder, sie alle wurden schließlich von den Nazis verschleppt. Man hatte ihnen gesagt, sie würden umgesiedelt, sie hatten ja keine Ahnung, glaubten, sie kommen in ein Arbeitslager. Sie alle wurden ermordet. Nachbarn haben mir später alles erzählt. Auch mein älterer Bruder, der mit mir in Grenoble war, wurde festgenommen. Ich habe nie wieder etwas von ihm gehört. Mein jüngerer Bruder wurde 1945 aus dem KZ Buchenwald befreit. Ich habe nach dem Krieg mit ihm über seine Erlebnisse reden können, er war in so einer schlechten Verfassung, hat sich nicht mehr davon erholen können. Er hat dass alles nicht ertragen können, hat unsäglich unter seinen Erlebnissen im Konzentrationslager gelitten.

Ich hatte in den Jahren nach meinem Weggang aus Deutschland Briefkontakt mit meiner Familie. Wo immer ich war, habe ich ihnen Briefe geschrieben. Bis Anfang 1942 habe auch Briefe von ihnen erhalten. Danach kamen keine Briefe mehr...

Auf der Flucht

Wie bereits erwähnt, ging ich 1937 zunächst nach Belgien. Viele gingen damals nach Belgien, ein kleines Land, so bekam ich weder eine Aufenthaltserlaubnis noch eine Arbeitserlaubnis. Etwa ein halbes Jahr blieb ich dort. Schließlich wurde ich festgenommen und vor eine Kommission gestellt. Man fragte mich: "Warum haben sie Deutschland verlassen?" Ich erzählte ihnen, unter welchen Bedingungen wir in Deutschland leben mussten. Da stand ein Mitglied der Kommission auf un schrie mich an: "Ich war in Deutschland. Ich habe gesehen, wie die Juden ihre Geschäfte dort machen, sie machen gute Geschäfte! Und sie erzählen uns hier das Gegenteil!" Natürlich gaben sie mir keine Aufenthaltserlaubnis. Was sollte ich tun? Also flüchtete ich weiter nach Frankreich.

Frankreich, besetzte Gebiete

Zu der Zeit war ich noch allein stehend. Es war eine sehr schwere Zeit. Natürlich hatte ich etwas Geld mitnehmen können, wir waren ja nicht wirklich arm. Es ging nur ums nackte Überleben, den Tag zu überleben, etwas Essen zu bekommen. Die Nächte verbrachte ich in irgend-welchen schäbigen Absteigen. Regel- mäßig wurden diese "Hotels" durchsucht, ich wurde einige Male in Arrest genommen, weil ich ja keine gültigen Papiere hatte. Wir wurden dann zur Grenze gebracht und es ging zurück nach Belgien. Die meiste Zeit war ich in Brüssel, aber auch in Antwerpen. Es war ein ständiges hin und her. In Belgien wurden wir nicht ganz so schlecht behandelt. Später gelang es mir dann, in Frankreich zu bleiben.

Dort lebte ich etwa zwei Jahre in Paris. Auch hier ähnelten sich die Verhältnisse, das Leben war ein ständiger Kampf ums nackte Überleben. Hilfe gleich welcher Art konnte ich nur bei den jüdischen Gemeinden finden, sofern sie noch bestanden. Ich lebte wie ein Vagabund, meine ganze Habe schleppte ich in einem Koffer mit mir. Da ich keine Arbeitserlaubnis hatte, konnte ich auch nicht arbeiten. Schließlich wurde ich festgenommen und in eines der Internierungslager gebracht. Ich war in verschiedenen Lagern, auch in Agde und Argèles-sur-Mer

Meine nächste Station war dann Blois im Département Loir-et-Cher (Südfrankreich). Auch hier wieder das gleiche, strohbedeckter Boden, keine Decken, nichts. Zu Essen gab es nur eine Art Pastete. Dann ging es weiter in das Kamp Villabon. Wir wurden nicht misshandelt. Einige der Juden hatten noch etwas Geld, so konnten sie etwas zu Essen kaufen. Wir brauchten nicht arbeiten. Wir saßen dort im Kamp, und nichts geschah. Nach etwa sechs Wochen war der so genannte "Drôle de guerre" zu Ende. Der Kanonendonner kam jeden Tag näher. Irgendwann rannten die Franzosen, die uns bewachten, los. Also rannte ich ebenfalls los, es war die beste Gelegenheit für eine Flucht. Ich schlief während dieser Flucht in Bauernhöfen und auf Bahnhöfen, bis ich nach einer Woche in Montpellier ankam.

In jeder Stadt in Frankreich gab es ja eine kleine Niederlassung der jüdischen Gemeinschaft. Dort hatten die Flüchtlinge einen Anlaufpunkt. Dort wurde ihnen geholfen, man unterstützte sie. In Montpellier traf ich bei der dortigen Gemeinde meine zukünftige Frau. Sie stammte aus Polen und war aus Belgien geflüchtet. Sie war Zahnärztin, hatte in Brüssel studiert. In Belgien hatte sie bei einem Zahnarzt gearbeitet, bis sie vor den Deutschen fliehen musste. So kam sie nach Frankreich. Sie hieß Sura Lewi, später nannte sie sich Susan. Schnell merkten wir, dass wir uns sehr mochten. Wir gingen dann nach Béziers in der Nähe von Montpellier.

In dieser Zeit brauchten wir uns nicht verstecken. Die Deutschen hatten den Norden Frankreichs besetzt, die Italiener den Südlichen Teil. Wir dachten, dass wir in der Italienischen Zone sicherer sind, so gingen wir nach Béziers, eine Stadt mit damals etwa 150.000 Einwohnern. Wir lebten dort in einem kleinen Appartement. Wir hatten niemanden dort, kannten nur die beiden alten Witwen, die uns das Appartement überlassen hatten.

Am 18. Januar 1941 heirateten wir in der Stadthalle von Béziers. Der Metzger verkaufte uns an diesem Tag ein Steak, dass war unser Hochzeitsessen. Es gab keine Feier, keine Geschenke, keine jüdische Synagoge. Aber wir hatten uns. Wir blieben in Béziers bis Oktober 1942. Am 23. Oktober 1942 wurde unser Sohn Claude geboren. Eine Woche später besetzten die Deutschen ganz Frankreich. Wir mussten mit dem Säugling weiter. Mit dem Zug ging es nach Grenoble. Dort trafen wir auf andere Juden, keiner wollte in dem von den Deutschen besetzten Gebiet bleiben.

In Béziers kollaborierte die Vichy-Regierung mit den Nazis. Man sagte den Juden, dass sie in ein Arbeitslager kämen, dass war natürlich eine Lüge. Tatsächlich wurden die Menschen nach Polen in die Vernichtungslager der Nazis transportiert. Ein Polizist, der an den Festnahmen beteiligt war, hatte mich gewarnt: "Schlaft heute Nacht nicht Zuhause!" Wir konnten rechtzeitig flüchten. Das war bereits das zweite Mal, dass wir in Béziers der Deportation in die Todeslager entgehen konnten. Zwei Tage bevor die Deutschen Béziers und Montpellier besetzten, konnten wir nach Grenoble flüchten.

Wir waren noch nicht lange in Grenoble, da besetzten die Deutschen auch diese Stadt. Mein Bruder Bruno, der sich zu dieser Zeit ebenfalls in Grenoble aufhielt, wurde festgenommen und deportiert. Wir konnten nach Briançon in den Französischen Alpen flüchten. Dort trafen wir einen katholischen Priester, Pater Borelli. Dort gab auch es ein Kloster, das von Nonnen bewirtschaftet wurde. In dieser Zeit mussten wir uns wirklich ständig verstecken. Obwohl wir Juden waren, versteckte uns Pater Borelli eine Nacht in der Kirche Notre Dame in Briançon. Meine Frau hatte so eine Vorahnung, sie sagte: "Hier sind wir nicht sicher, es ist zu gefährlich!" Wir sprachen mit Pater Borelli, der uns dann zu Bauern in einem kleinen Dorf brachte. Pater Borelli kannte die Leute gut, so brauchten wir keine Angst zu haben, dass man uns an die Deutschen verraten würde.

So wurden wir von Haus zu Haus gebracht, von Bauernhof zu Bauernhof, ständig auf der Flucht. Wir erfuhren von dem Massaker in Oradour sur Glane, wir hatten schreckliche Angst. Sie - die SS - haben alle Einwohner des Dorfes umgebracht. Heute frage ich mich, wie wir diese Zeit damals überhaupt überleben konnten. Wir hörten im Radio die BBC, wußten, dass die Russen im Osten jeden Tag eine andere Stadt befreiten, dass die Deutschen auf dem Rückzug waren.

Eines Tages tauchten plötzlich 10 mit Gewehren und Pistolen bewaffnete Gendarmen in unserem Versteck in einem der Bauernhäuser auf. Sie fragten mich nach meinem Namen, so sagte ich "Kurten", weil mein Vorname Kurt war, ich bemühte mich diesen Namen französisch klingend auszusprechen. Sie wollten uns verhaften, aber der Captain war ein Kämpfer der Résistance. Er fragte, ob wir Juden seien. Ich sagte Ihm ja, sind wir. Sie ließen uns laufen. Ich kann mich nicht an den Ortsnamen erinnern, wo dieser Vorfall geschah, es war in einem dieser Bauernhäuser, in die uns Pater Borelli gebracht hatte. Dieser Mann, an seinen Namen erinnere ich mich leider nicht, er hat unser Leben gerettet. Kurze Zeit später wurde er von den Nazis festgenommen und ermordet.

Wir waren den Todeslagern entkommen, hatten in ständiger Todesangst leben müssen. Uns erreichten schreckliche Nachrichten, auch der Bruder meiner Frau war ermordet worden. Unser Leben im Versteck war fast nicht zu ertragen. Wir hatten zwar zu Essen, die Bauern verpflegten uns. Auch hatten wir ein gutes Verhältnis zu den Kämpfern der Résistance, sie halfen uns. Die Leute sagten, unter den Franzosen gab es viele Täter. Sicher, da gab es einige, nicht aber unter den Angehörigen der Résistance.

Wir sprachen später nicht sehr oft über unsere Erfahrungen und Erlebnisse in dieser schrecklichen Zeit. Ich stellte mir oft die Frage, warum wir noch im Leben waren, wie wir dem Tod entkommen konnten. Darauf finde ich keine Antwort. Von mir kann ich sagen, ich bin ein guter Jude, aber nicht wirklich strenggläubig.

Die Nachricht von der Invasion der Alliierten in der Normandie machte die Runde, aber der Krieg war ja noch nicht zu Ende. Jeden Tag gab es Neuigkeiten im Radio, die ersten französischen Städte wurden befreit. Eines Tag kam schließlich auch für uns der Tag der Befreiung. Endlich war es vorbei. Den Tag der Befreiung werde ich niemals vergessen! Welch ein Jubel, welch eine Begeisterung! Das genaue Datum habe ich vergessen, ganz Frankreich war ja besetzt, es dauerte eine gewisse Zeit, bis auch unser kleiner Ort befreit wurde. Unbeschreibliche Szenen, die Leute küssten sich, vielen sich in die Arme. Man tanzte auf den Strassen. Jahrelang mussten wir in Verstecken leben. Auch für uns war es fast unbegreiflich, dass der Terror jetzt endlich aufhören sollte. Mein Sohn Claude war bei der Befreiung drei Jahre alt. Die ersten drei Jahre seines Lebens musste er in den Verstecken verbringen, aber er lebte! Ein Kind der Shoa...

Nach der Befreiung gingen wir nach Paris. Direkt nach dem Krieg wurde in Paris unsere Tochter (Claudine, Anm. d. Red.) geboren. Eigentlich wollten wir in Paris bleiben, aber ich erhielt auch nach der Befreiung keine Arbeitserlaubnis. Ich mochte die Nazis und die Deutschen nicht, aber wir beschlossen, mit den beiden Kindern zurück nach Deutschland zu gehen. Ich wollte in meinen Beruf zurück, mein Geschäft wieder eröffnen. Es schien sich viel verändert zu haben. Nach sechs Jahren Aufenthalt in Deutschland hatten wir dann 1951 die Möglichkeit, in die USA zu gehen - und wir gingen!

Epilog

Sicher, es hatte sich viel verändert in Deutschland, es gab auch keinen ausgeprägten Antisemitismus mehr. Aber die meisten Deutschen hatten dass Gefühl, nichts Falsches getan zu haben. Sie sagten, sie sind zu all dem, was geschehen war, gezwungen worden. Niemand wollte ein Antisemit, niemand wollte ein Nazi gewesen sein. Freiwillig haben sie alle nichts getan, zu allem seien sie gezwungen worden.

Hätte die Welt uns Juden beigestanden, wäre der Holocaust, die Shoa, nicht möglich gewesen. So viele Menschen sind ermordet worden, dass macht mir das Herz so schwer. Ich sage nicht, das so etwas nie wieder passieren könne, aber es ist mein größter Wunsch, dass es nie wieder geschieht.

Die lebensgeschichtlichen Erinnerungen von Kurt Löwenthal wurden am 21. Februar 1983 bei einem Interview für das Holocaust Survivor Oral History Project der University of Minnesota in Minneapolis auf Tonband aufgezeichnet und hier in einer von Andreas Jordan aus dem Englischen übersetzten Zusammenfassung wiedergegeben. Die Orginal-Tonaufnahmen sind online abrufbar: University of Minnesota, Holocaust Survivor Oral History Project

Stolperstein-Paten Familie Löwenthal

Die Stolpersteinpatenschaft für Emil Löwenthal hat Adolf Füting, die für Bruno Löwenthal hat Dr. Willi Mast, die für Flora Löwenthal hat Uwe Kazmirczak übernommen. Die Patenschaft für Kurt Löwenthal haben Andreas und Heike Jordan übernommen, der Stolperstein für Erwin Löwenthal wird über eine Sammelpatenschaft finanziert.

Quellen:
[1]: Copy of Doc. No. 89345133#1 (6.3.3.2/ 200000 .../ 201900 .../0201954/2 Eingang/0002) in conformity with the ITS Archives, Korrespondenzakte T/D 201 954
[2]: ebda.
[3]: Am 9. Dezember 1951 gehen Kurt und seine Frau Sura (später Susan) mit ihren beiden Kindern Claude und Claudine in Bremerhaven an Bord der "General Ballou" und emigrieren in die USA. Copy of Doc. No. 81683425#1 (3.1.3.2/0101-0200/0103/0267) in conformity with the ITS Archives, Passagierlisten und sonstige Zusammenstellungen über emigrierte Personen
[4]: Copy of Doc. No. 6511521#2 (1.1.5.3/LOBA-LOGU/00148014/0006) in conformity with the ITS Archives, Individuelle Unterlagen Buchenwald
[5]: Copy of Doc. No. 492354#1 (1.1.2.1/0001-0123/0001A/0050) in conformity with the ITS Archives, Listenmaterial Auschwitz / Zugangslisten
[6]: Vgl.: http://www.wollheim-memorial.de/de/ankunft_im_kz_bunamonowitz (Abruf Dez. 2013)
[7]: Copy of Doc. No. 507590#1 (1.1.2.1/0001-0123/0067/0094) in conformity with the ITS Archives, Listenmaterial Auschwitz / Krankenbau Monowitz
[8]: Vgl. http://www.wollheim-memorial.de/de/der_haeftlingskrankenbau_im_kz_bunamonowitz_geschichte_und_aufbau (Abruf Dez. 2013)
[9]: Andrej Angrick, Peter Klein: Die „Endlösung“ in Riga, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-19149-8, S. 344, ebd. a.a.o.
[10]: Listenmaterial Jüdische Kultusgemeinde v. 4.6.1946, betr. Deportation v. 27.1.1942, S. 10, StA Gelsenkirchen
[11]: Copy of Doc. No. 6511529#1 (1.1.5.3/LOBA-LOGU/00148014/0014) in conformity with the ITS Archives, Individuelle Unterlagen Buchenwald
[12]: Copy of Doc. No. 9892966#1 (1.1.6.1/0001-0189/0009/0076) in conformity with the ITS Archives, Listenmaterial Dachau / Zugangsbuch
[13]: Vgl: http://www.rolfschwarz.com/SCI/Buchenwald/buchenwald-dt.htm (Strafkompanie, Abruf Dez. 2013)
[14]: ebda.
[15]: Vgl. Theissen / Walter / Wilhelms: Anarcho-Syndikalistischer Widerstand an Rhein und Ruhr. Zwölf Jahre hinter Stacheldraht und Gitter. Originaldokumente. Ems-Kopp-Verlag 1980.
[16]: Copy of Doc. No. 6511529#2 (1.1.5.3/LOBA-LOGU/00148014/0014) in conformity with the ITS Archives, Individuelle Unterlagen Buchenwald
[17]: Copy of Doc. No. 90685273#1 (6.3.3.2/ 1 .../ 5400 .../0005498/2 Ein- und Ausgang/0006) und Copy of Doc. No. 90685273#2 (6.3.3.2/ 1 .../ 5400 .../0005498/2 Ein- und Ausgang/0006) in conformity with the ITS Archives, Korrespondenzakte T/D 5498
Gedenkbuch BA
USHMM

Abbildungen:
1: Sammlung Volker Bruckmann/Karlheinz Weichelt
2: Copy of Doc. No. 499817#1 (1.1.2.1/0001-0123/0037/0077) in conformity with the ITS Archives, Listenmaterial Auschwitz
3: Le Memorial de la deportation des juifs de france, Beate et Serge Klarsfeld, Paris 1978
4: Häftlings-Personal-Karte Löwenthal, Erwin. Copy of Doc. No. 6511521#1 (1.1.5.3/LOBA-LOGU/00148014/0006) in conformity with the ITS Archives, Individuelle Unterlagen Buchenwald
5: Copy of Doc. No. 6511525#2 (1.1.5.3/LOBA-LOGU/00148014/0010) in conformity with the ITS Archives, Individuelle Unterlagen Buchenwald
6: Harry Stein, Buchenwald, in: La déportation et le système concentrationnaire nazi, Paris, 1995, S. 112
7: Copy of Doc. No. 6511526#1 (1.1.5.3/LOBA-LOGU/00148014/0011) in conformity with the ITS Archives, Individuelle Unterlagen Buchenwald
8: Copy of Doc. No. 6511524#1 (1.1.5.3/LOBA-LOGU/00148014/0009), Rückseite: Copy of Doc. No. 6511524#2 (1.1.5.3/LOBA-LOGU/00148014/0009) both in conformity with the ITS Archives, Individuelle Unterlagen Buchenwald

Sekundärliteratur:
Wolfgang Benz / Barbara Distel: Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald, 2006
David A. Hackett: Der Buchenwald-Report, Bericht über das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar, 1997
Rolf Kralovitz: ZehnNullNeunzig in Buchenwald. Ein jüdischer Häftling erzählt, 1996
Hans Berke: Buchenwald - Eine Erinnerung an Mörder, 1946
Eugen Kogon: Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager, 1974

Andreas Jordan. Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. Dezember 2013

Stolpersteine für Emil, Flora, Bruno, Kurt und Erwin Löwenthal, verlegt am 12. Dezember 2014

Stolpersteine Gelsenkirchen - Emil, Flora, Bruno, Kurt und Erwin Löwenthal Stolpersteine Gelsenkirchen - Emil, Flora, Bruno, Kurt und Erwin Löwenthal Stolpersteine Gelsenkirchen - Emil, Flora, Bruno, Kurt und Erwin Löwenthal

Stolpersteine Gelsenkirchen - Emil, Flora, Bruno, Kurt und Erwin Löwenthal


Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. Nachtrag Dezember 2014

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