STOLPERSTEINE GELSENKIRCHEN

Gemeinsam gegen das Vergessen


Stolpersteine Gelsenkirchen

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Verlegeort ISIDOR GOLDBLUM

JG. 1878
FLUCHT 1938
USA

Verlegeort RECHA GOLDBLUM

GEB. KATZENSTEIN
JG. 1881
FLUCHT 1938
USA


Verlegeort DR. WALTER GOLDBLUM

JG. 1907
FLUCHT 1938
USA


Verlegeort DR. HELMUT GOLDBLUM

JG. 1910
FLUCHT 1938
USA


Verlegeort MARGA GOLDBLUM

VERH. STEINHART
JG. 1918
FLUCHT 1939
USA


Verlegeort ARTHUR GOLDBLUM

JG. 1891
FLUCHT FRANKREICH
VERHAFTET 1940 PARIS
ZWANGSARBEITSLAGER
CHAMBARAN
LAGER GURS
LAGER SEPTFOND
ERMORDET
19.1.1943


Verlegeort ELISABETH GOLDBLUM

Geb. WOLFF
JG. 1902
FLUCHT 1938
FRANKREICH
MIT HILFE ÜBERLEBT


Verlegeort LORLI GOLDBLUM

JG. 1929
FLUCHT 1938
FRANKREICH
MIT HILFE ÜBERLEBT

Verlegung 2021 geplant. Verlegeorte: Zeppelinallee 55 (Wohnanschrift), Bahnhofstraße 62, Schalkerstraße 160/Ecke Grillostraße. (An den Geschäftsadressen wird jeweils ein seperater Stolperstein für Isidor Goldblum verlegt, erste Zeile "HIER ARBEITETE") Die Stolpersteine für die Familie Adolf Goldblum sollen auf Wunsch der Nachfahren an deren langjährigen Lebensmittelpunkt in Witten verlegt werden.

Um 1912: Werbeanzeige der Gebrüder Goldblum, Gelsenkirchen

Abb. 1: Werbeanzeige der Gebrüder Goldblum, Gelsenkirchen-Schalke, um 1913.

Die kinderreiche Familie Louis Leibitsch Gold- blum lebte in Danzig. Nur die Söhne Isidor, Arthur und Adolf Goldblum entschlossen sich Anfang des 20. Jahrhunderts in das aufstrebende Ruhrgebiet zu ziehen. Sahen sie doch in der Industrieregion an der Ruhr gößere Möglich- keiten, ihre Zukunft zu gestalten - nicht zuletzt auch unter ökonomischen Gesichtspunkten.

Der in Danzig am 17. November 1878 geborene Isidor Goldblum kam 1904 nach Gelsenkirchen und baute in den Folgejahren gemeinsam mit seinem Bruder Arthur ein florierendes Unterneh- men auf. Im Handelsregister Jahrgang 1908 der Handelskammer zu Bochum ist die Firma einge- tragen: Gebrüder Goldblum, Herren-und Knaben- konfektion zu Gelsenkirchen II. (Isidor und Her- mann Goldblum; Zur Vertretung der Gesellschaft ist nur der Kaufmann Isidor Goldblum zu Gelsen- kirchen II befugt). Der 1873 in Danzig geborene und dort lebende Hermann Goldblum war der älteste Bruder von Isidor Goldblum, Hermann starb bereits am 29. März 1913.

Schwerpunkte des Warensortiments der Gebr. Goldblum waren Schuhe und Herren- und Kna- benkonfektion. In Gelsenkirchen betrieb die Firma Gebr. Goldblum zwei Geschäfte, eines an der Schalker Str. 160 und ein weiteres an der Bahnhofstraße 62. Weitere Filialen betrieben die Brüder Goldblum in Essen-Borbeck, Marktplatz 2, in Herne an der Bahnhofstraße 57 und Recklinghausen an der Breitestraße 15. Auch ein Schuhgroß- handel mit Sitz in Gelsenkirchen, die Gego Gmbh, gehörte zum Unternehmen der Gebrüder Goldblum. Auch hatten sie in ihren jeweiligen Filialen das Alleinverkaufsrecht für Schuhe der Marke "Edox" des Herstellers Silberstein & Neumann, Schweinfurt am Main.

Gebrüder Goldblum, Gelsenkirchen Schalke

Abb. 2: Gebrüder Goldblum, Gelsenkirchen-Schalke, Kreuzung Schalker Str./Grillostr.

Exkurs: Es ist ja nicht nur ein alter Kleiderbügel...

"Als ich am Dienstag den Artikel zu ihrer Veransatltung "Woche der Erinnerung" in der WAZ las, mußte ich sofort an den Kleiderbügel denken" sagte Anita Sontopski. "Deshalb habe ich sie angerufen. Seit meiner Hochzeit 1947 habe ich diesen Bügel aufgehoben. Nun will ich ihn in guten Händen wissen." Es ist ein einfacher, hölzerner Kleiderbügel, den uns die alte Dame da übergibt. Einer, wie man ihn unzählige Male findet, und doch ist dieser Kleiderbügel ein besonderer: "Gebr. Goldblum, Gelsenkirchen" steht in schwarzen Buchstaben darauf. Die Aufschrift zeugt von jüdischem Leben im Gelsenkirchen der NS-Zeit, zeugt von einer zerstörten jüdischen Existenz, von Entrechtung, Verfolgung und Enteignung.

Anita Sontopski erzählt: "Gebr. Goldblum, das waren zwei jüdische Brüder, die an der Schalker Straße, Ecke Grillostraße ein Geschäft hatten. Der eine Bruder war Herrenausstatter, der andere verkaufte Schuhe. Mein späterer Mann hat sich dort 1936 von Herrn Goldblum einen Anzug machen lassen, und zu diesem Anzug gab es damals diesen Kleiderbügel. Als mein Mann Soldat wurde, wanderte der Anzug nebst Bügel in einen Karton, der die Kriegszeit im Keller überdauerte. Erst 1947, zu unserer Hochzeit, wurde der Anzug wieder hervorgeholt. Seither bewahre ich diesen Kleiderbügel als besonderes Erinnerungsstück an die Familie Goldblum auf."

Kleiderbügel Gebrüder Goldblum, Gelsenkirchen Schalke, um 1936

"Ich kann mich gut an jüdische Geschäfte in Schalke erinnern, an Jampel, an Katzenstein, an das Kaufhaus am Schalker Markt, dass dann Szepan "übernahm", an die kleinen Geschäfte an der Gewerkenstraße. Da gab es den Herrn Blitz, der war Jude. Als Hausierer ging er mit Bett- und Tischwäsche in Schalke von Tür zu Tür. Einmal ließ er meiner Mutter eine Tischdecke da, obwohl sie kein Geld hatte. Herr Blitz kam dann alle 10 Tage und holte den Kaufpreis in kleinen Raten ab. Auch der Herr Blitz war eines Tages plötzlich verschwunden" erinnert sich Frau Sontopski nachdenklich. "Dieser Kleiderbügel hat mich Zeit meines Lebens an das Unrecht erinnert, dass den jüdischen Menschen in Gelsenkirchen und anderswo angetan wurde. Wenn ich nicht mehr bin, soll er nicht einfach "entsorgt" werden. Es ist ja nicht nur ein alter Kleiderbügel" sagt uns Anita Sontopski zum Abschied.

* * *

Das Treffen mit Anita Sontopski (1924-2012) fand im Dezember 2011 statt, im Juli 2012 starb Anita Sontopski. Der Kleiderbügel soll im nächsten Jahr (2021) an Nachfahren der Familie Goldblum anlässlich der Stolpersteinverlegung für die Familien Goldblum und Katzenstein übergeben werden. Anita Sontopski hätte sich darüber sicherlich sehr gefreut.

Gebrüder Goldblum, Gelsenkirchen Schalke

Abb. 3: In der ersten Hälfte der 1930er Jahre ließ die Firma Goldblum im Gebäude Bahnhofstr. 62 noch verschiedene Um- bzw. Erwei- terungsarbeiten durchführen. Dazu gehörte auch das Anlegen einer Zufahrt durch die Bebauung an der Theresienstraße 5, um so den Lieferverkehr zum rückwärtigen Teil der Bahnhofstr. 62 sicherstellen zu können.

Isidor Golblum heiratete am 28. Januar 1907 in Frankenberg/Hessen die am 11. September 1881 in Gelsenkirchen geborene Recha Katzenstein. Das Ehepaar hatte drei in Gelsenkirchen geborene Kinder, den am 6. November 1907 geborenen Walter, den am 15. Mai 1910 geborenen Helmut und die am 6. Oktober 1918 geborene Marga. Ab dem 29. November 1933 hatte Familie Goldblum in Isidor Goldblums großen Haus an der Gelsenkirchener Zeppelinallee 55 ihren Lebensmittelpunkt. Zuvor lebte die Familie in der Wohnung über dem Ladenlokal an der Schalker Straße 158/160 an der Ecke Grillostraße.

Grabstein Adolf Goldblum auf dem Jüdischen Friedhof in Gelsenkirchen-Ückendorf

Abb. 4: Grabstein Adolf Goldblum auf dem Jüdischen Friedhof in Gelsenkirchen-Ückendorf

Mit in dem Haus an der Zeppelinallee 55 wohnten in den Jahren bis zur Flucht aus Nazi-Deutschland zeitweise auch verschiedene weitere Familienmit- glieder wie Isidors Bruder Adolf. Auch Adolf Gold- blum war Anfang des 20. Jahrhunderts von Danzig ins boomende Ruhrgebiet gekommen. Adolf Gold- blum, geboren am 8. Februar 1877, war seit dem 4. März 1907 mit der am 11. September 1881 gebore- nen, aus Vohl stammenden Lina, geborene Blum, verheiratet.

Adolf Goldblum war nicht wie seine Brüder in der Konfektionsbranche tätig, er betrieb gemeinsam mit seiner Frau seit 1907 ein Feinkostgeschäft in Witten, zunächst an der Ruhrstraße 6, im Zuge der weiteren Expansion dann ab 1919 unter der Firmierung 'Delikatessenhaus A. Goldblum' an der dortigen Bahnhofstraße 25. Auch dieser Zweig der Familie war der NS-Verfolgung und der staatlich legitimier- ten Ausplünderung jüdischer Menschen ausgesetzt.

Das Delikatessenhaus Adolf Goldblum, ein Grundstück sowie ein Haus an der Wittener Schulstraße wurde 1935 von der Firma Bruderek "erworben". Adolf Goldblum, der ab diesem Zeitpunkt den Lebensunterhalt als Handelsvertreter für Lebensmittel verdienen musste, meldete sich im Mai 1936 aus Witten ab und zog zu seinem Bruder Isidor nach Gelsenkirchen. Hier starb er am 1. Juli 1936 im Marienhospital Buer, sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Gelsenkirchen-Ückendorf.

Auch Adolfs Ehefrau Lina verließ Witten, lebte kurze Zeit für kurze Zeit in Wattenscheid um im April 1937 weiter nach Berlin zu ziehen. In Berlin-Hallensee, unter dem Eindruck der NS-Verfolgung und dem Verlust ihres Mannes stehend, mit dem sicheren Wissen, Nazi-Deutschland nicht mehr verlassen zu können, wählte sie am 13. Oktober 1937 die Flucht in den Tod. Ihre Grabstätte befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Wannsee.

Adolf und Lina Goldblum hatten drei gemeinsame, in Witten geborene Kinder, Heinz (*1908), Herbert (*1910) und Liselotte (*1915). Heinz Goldblum machte 1928 in Witten Abitur, studierte dann in Berlin und Freiburg Medizin und floh am 5. Dezember 1934 zunächst nach Rom. Nach seinem Studium in Neapel, dass er schließlich in Basel in der Schweiz abschloß, floh er weiter nach Palästina. Dort trat er in die Britische Armee ein.

Herbert studierte nach dem 1929 absolvierten Abitur in München, Bonn, Berlin und Freiburg Jura. Ab 1932 arbeitete er im elterlichen Delikatessenhaus mit. Im April 1936 verzog der nach Hamburg und von dort nach einem halbjährlichen Aufenthalt in Braunschweig weiter nach Berlin. Von Berlin aus gelang ihm 1937 die Flucht in die USA. Liselotte Goldblum floh 1933 in die Schweiz und von dort weiter nach Plästina. Dort heiratete sie Werner Feilchenfeld und siedelte mit ihrem Mann in die USA über.

Isidors Bruder Arthur, von Beruf ebenfalls Kaufmann, geboren am 4. Juni 1891 in Danzig, führte ge- meinsam mit Isidor arbeitsteilig die Unternehmensgruppe Gebr. Goldblum, wobei Arthurs kaufmänni- scher Schwerpunkt die Schuhbranche war. Arthur Goldblum heiratete am 15. März 1928 in Wiesbaden die am 8. April 1902 geborene Elisabeth Wolff. Das Ehepaar hat eine Tochter, die am 19. Oktober 1929 in Gelsen- kirchen geborene Lorli. Arthur Goldblum floh mit Ehefrau und Tochter Lorli nach Frankreich, wurde 1940 in Paris verhaftet und im Zwangsarbeitslager Chambaran interniert. Im September 1940 wurde er in das Lager Gurs, im Oktober 1940 in das Lager Septfond überstellt, wo er am 19 Januar 1943 ermordet wurde. Seine Frau und Tochter Lorli konnten Krieg und Verfolgung in Frankreich überleben und nach Palästina emigrieren. Lorli heiratete Felix Caprari.

Isidors und Rechas Sohn Dr. jur. Walter Goldblum heiratete 1940 in den USA die am 1. April 1920 in Würz- burg geborene Irene Carol Dorr, geb. Ingeborg Stern und nahm ihren Nachnamen an. Wie Walter war auch seine Frau aus Nazi-Deutschland geflohen.

Zeitungsartikel über Harvey Goldblum, 17. September 1980 in der Community Post, Port Arthur, Texas

Abb. 5: Zeitungsartikel über Harvey Goldblum (Vormals Helmut Goldblum) vom 17. September 1980 in der Community Post, Port Arthur, Texas

Im Alter von zwei Jahren erkrankte Helmut Goldblum an Kinderlähmung. Er musste sich im zarten Kin- desalter mehreren Operationen unterziehen, um die Lähmungen im rechten Bein zu korrigieren. So verbrachte der kleine Helmut einen großen Teil seiner Kindheit in Krankenhäusern. Sein Vater Isidor glaubte zu der Zeit noch, das der Junge später ebenfalls in die Textilbranche bzw. im elterlichen Unter- nehmen arbeiten würde, doch bereits zu diesem frühen Zeitpunkt stand für den kleinen Helmut fest: Ich werde Arzt. Von diesem Traum ist er nicht mehr abgewichen und hat zielstrebig trotz aller Wiedrigkeiten Schule und Studium abgeschlossen. Nach seiner Flucht begann er im Oktober 1938 sein neues Leben als Arzt in Port Arthur, Texas.(In den USA änderte er seinen deutschen Vornamen Helmut in Harvey)

Marga Goldblum, geboren am 6. Oktober 1918 in Gelsenkirchen heiratete am 5. November 1938 in der Dresdner Semper-Synagoge den am 21. März 1909 in Dresden geborenen Werner Steinhart. Es war die letzte Trauung vor der Zerstörung der Synagoge in der Pogromnacht am 9. November 1938. In Dresden erinnern Stolpersteine an Familie Steinhart, der Film "The Harp Tree" (s.u.) thematisiert Lebens- und Leidenswege der Familie Steinhart.

Auch das junge Ehepaar Steinhart lebte kurz vor der Flucht vorrübergehend in Isidor Goldblums Haus an der Zeppelinallee 55. Marga floh 30. November 1938 nach Holland, ihr Mann Werner war bereits eine Woche früher nach Holland geflohen. Zunächst mussten sie noch eine kurze Zeit auf Werners Visa warten, konnten aber dann am 26. Januar 1939 gemeinsam an Bord eines Schiffes Holland in Richtung USA ver- lassen, wo sie am 7. Februar 1939 ankamen. Isidor und Recha Goldblum flohen ebenfalls im November 1938 einige Tage nach den Novemberpogromen zunächst nach Amsterdam und konnten im Dezember 1938 nach New York weiterreisen.

Gebrüder Goldblum, Gelsenkirchen Schalke

Abb. 6: Gebrüder Goldblum, Gelsenkirchen-Schalke

Gebrüder Goldblum, Gelsenkirchen-Altstadt, Bahnhofsraße 62

Abb. 7: Gebrüder Goldblum, Gelsenkirchen, Bahnhofstrasse 62

Gego Schuhgroßhandlung Goldblum, Gelsenkirchen

Abb. 8: Katalog der Gego Schuhgroßhandlung Goldblum, Gelsenkirchen für Frühjahr u. Sommer 1938

Die Firma Gebrüder Goldblum, Gelsenkirchen, betrieb auch in Essen-Borbeck ein gleichnamiges Herrenkonfektionsgeschäft. Der Geschäftsführer Sally Loewenthal wohnte mit seiner Frau und seinem Sohn Manfred im gleichen Haus. Auch diesen Laden haben die Nationalsozialisten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstört. Eine Borbeckerin, die dort angestellt war, erinnerte sich: "Als ich morgens zur Arbeit kam, sah ich von weitem, was geschehen war. In und vor dem Goldblumgeschäft ein einziges Chaos. Bis zur Dionysiuskirche hatte man Ge- genstände, die zur Ladeneinrichtung gehörten, verstreut oder an Laternenmasten aufgehängt. Auf einer Schaufensterbüste erkannte ich meine Mütze, die ich am Tage zuvor vergessen hatte. Im Geschäft lag alles durcheinander. Die Fens- terscheiben waren eingeschlagen, die Ladenein- richtung völlig demoliert und Anzüge mit Farbe bespritzt. Ich traf nur Frau Loewenthal. Sie wein- te bitterlich. Ihren Mann hatte man mitgenom- men." Sally Loewenthal hatte man ins KZ Dachau verschleppt. Kurz vor dem Abtransport der Loewenthals nach Lodz sah die Borbeckerin ihren Chef noch einmal auf der Straße: "Er hatte sich so verändert, dass ich ihn fast gar nicht erkannte." (Ernst Schmidt: "Schaufensterpuppen an den Straßenlaternen. Neue Berichte über die Nacht des Schreckens im November 1938." in: Borbecker Nachrichten vom 28. Oktober 1983.)

Marktplatz 2 in Essen-Borbeck, rechts das nach dem Krieg wiederaufgebaute Gebäude, in dem sich die Essener Filiale der Gebr. Goldblum befand.

Abb. 9: Marktplatz in Essen-Borbeck, ganz rechts das nach dem Krieg wiederaufgebaute Gebäude, in dem sich die Essener Filiale der Gebr. Goldblum befand, um 1968. Als das Foto gemacht wurde, war in dem Haus Spielzeug Redmann beheimatet.

Um 1912: Todesanzeige Isidor Goldblum, früher Gelsenkirchen

Abb. 10: Isidor Goldblum stirbt 1948 in den USA

Recha Goldblum betrieb in den frühen 1950er Jahren mehrere Wiedergutmachungsverfahren bezüglich der Rückerstattung von beweglichem Vermögen, Geschäftsinventar, Warensortimente sowie dem Verlust bzw. Zwangsverkauf unter Wert von Grundbesitz u.a. in Herne, Gelsen- kirchen und Recklinghausen. Weitere Verfahren strengte ihre Tochter Marga Steinhart sowie Walter Dorrs Witwe Irene Dorr an. Verfahrens- gegner bzzgl. der Vermögenswerte in Gelsenkir- chen waren u.a. Alex Beusker, Hans Bernauer, Käthe u. Wilhelm Lohmann sowie Angehörige der Familien ten Horn und Elerie.

Quellen:
Stadtarchiv Witten, Hinweis auf Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried. „...vergessen kann man das nicht“: Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus. Hg. Stadt Witten, Amt für Statistik und Stadtforschung. Verlag Dr. Dieter Winkler. Bochum 1991. [413 S. mit Tabellen und Abbildungen.], S. 56-59.
Stadtarchiv Essen, bzgl. Filiale Goldblum in Essen-Borbeck
Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen, WGM Goldblum/Katzenstein
ITS Arolsen Archives, 6.3.3.2 / 107155041 Korrespondenzakte Arthur Goldblum
Div. Rechercheergebnisse der Familie Steinhart
Hausakten Bahnhofstr. 62 u. Schalker Str. 174-1976, ISG/StA GE
Geburtsurkunde Walter Goldblum, Sterbeurkunde Arthur Goldblum, Meldekarten Isidor, Arthur, Adolf Goldblum ISG/StA GE

The Harp Tree

A beautiful family. A fine house. Educated, successful people. Some lived, most were murdered. From Dresden, Berlin and Paris and Prague, to Buchenwald, Auschwitz and Terezinstadt, two sons of survivors journey through Europe searching for traces of a lost family they never knew. Ron and Rick Steinhart's attempt to sort out these details of destruction are captured in "The Harp Tree," a film by Mark Birnbaum.


Biografische Zusammenstellung: Andreas Jordan, Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. Juli 2020

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