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NS-Frauenschaft

Im Oktober 1931 wurde die NS-Frauenschaft (NFS) gegründet, aber bereits zuvor gab es in Gelsenkirchen nationalsozialistische Frauengruppen, seit 1930 bspw. in Gelsenkirchen-Horst den "Deutschen Frauenor- den Rotes Hakenkreuz" unter Leitung der Hebamme Amalie Alexander. Im Februar 1932 gründete die spätere Gaufrauenschaftsführerin Elisabeth Polster eine NSF-Gruppe in Gelsenkirchen-Buer - angeblich die erste im Gau Westfalen-Nord.

Hebamme Amalie Alexander, NS-Frauenschaft Gelsenkirchen-Horst

Abb.: Die Hebamme Amalie Alexander (sitzend, Mitte) im Kreise früherer Nationalsozialistinnen aus Gelsenkirchen-Horst, um 1933.
(Foto: National-Zeitung vom 17.3.1937)

Ab 1935 war die NSF eine offizielle Gliederung der NSDAP. "Reichsfrauenführerin" Gertrud Scholtz-Klink stand zugleich noch dem "Deutschen Frauenwerk", in dem die Vereine der früheren bürgerlichen Frauen- bewegung gleichgeschaltet worden waren, sowie den Frauenorganisationen der DAF, des Reichsarbeits- dienstes und des Deutschen Roten Kreuzes vor.

Eine eigenständige politische Rolle sah der Nationalsozialismus für Frauen nicht vor. Daher zielte die Arbeit der NSF auf die ideologische und praktische Schulung von Frauen im Hinblick auf die ihnen zu- gedachte Rolle als "deutsche Mutter". Dementsprechend formulierte Oberbürgermeister Böhmer 1938 bei der Einweihung des Gelsenkirchener "Hauses der Frau": "Wenn dieses Haus sich in den Dienst der nationalsozialistischen Weltanschauung stellt und unsere Frauen und Mädchen zu der vom Schöpfer vorgezeichneten naturgemäßen Bestimmung erzieht, dann betrachte ich dieses Haus als wertvollstes Gebäude der Stadt."

Quelle: Vgl. Daniel Schmidt (Hrsg.): Gelsenkirchen im Nationalsozialismus. Katalog zur Dauerausstellung, Schriftenreihe des Instituts für Stadtgeschichte. Materialien, Band 12. Essen, 2017


Andreas Jordan, Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. Dezember 2018.

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