STOLPERSTEINE GELSENKIRCHEN

Gemeinsam gegen das Vergessen


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Die Dabeigewesenen - Gelsenkirchen

Johann Mehrholz

Am 1. April 1945 beauftragte der Ortsgruppenleiter Kämmerling in Gelsenkirchen den Führer einer Volks- sturmkompanie, die eigentlich mit der Bewachung von Panzersperren in Richtung Wanne beauftragt war, einen Ingenieur von den Deutschen Eisenwerken (DEW) vorzuführen. Dessen jüdische Frau befand such in einem Konzentrationslager und der Ortsgruppenleiter verdächtigte ihn des Verrats. Der Volkssturm- kommandant stellte Johann Mehrholz ab, den Kämmerling einen Politischen Leiter beigesellte. Nachdem die beiden den Ingenieur abgeholt hatten, erschoss ihn Mehrholz unterwegs. Das Motiv blieb im Vagen. Das Gericht kam zu dem Schluss, das Mehrholz, der nicht Parteigenosse oder Mitglied einer NS-Organi- sation gewesen war, unter Eindruck der allgegenwärtigen Forderungen nach scharfem Vorgehen "gegen alle Verräter und Miesmacher [...] ohne grosse Überlegungen auf den Gedanken gekommen" sei, "zu schießen".

Quelle: Sven Keller, Volksgemeinschaft am Ende: Gesellschaft und Gewalt 1944/45, München 2013, S.142-143

Tatort: Gelsenkirchen, Wanner Str. Höhe Alterswerk / Einmündung Skaggerakstraße

Vgl.: Einzelausfertigung der Gerichtsentscheidung des Verfahrens Lfd.Nr.016, LG Essen vom 21.03.1947, 29 KLs 2/46 in JUSTIZ UND NS-VERBRECHEN Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen, 1945 – 1966, Band I, Die vom 08.05.1945 bis zum 12.11.1947 ergangenen Strafurteile Lfd.Nr.001 – 035


Andreas Jordan, Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. August 2017.

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