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Stadtpolizeiamtsleiter Heinrich Schmidtkamp

Heinrich Schmidtkamp war ein langjähriger Verwaltungsbeamter in Gelsenkirchen. Er wurde am 31. Juli 1873 in der Gemeinde Braubauerschaft, ab 1900 Bismarck genannt, geboren und besuchte hier auch die Elementarschule. Nach deren Abschluß arbeitete er von 1887 bis 1894 bei der Verwaltung des Amtes Braubauerschaft. Er beendete diese Tätigkeit, weil er in der Schankwirtschaft seiner Mutter arbeiten mußte, die er dann aber nach dem Tod seiner Mutter bald verkaufte. 1897 bis 1902 verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Vertreter, dann konnte er wieder bei der Verwaltung des nun Bismarck genannten Amtsverbandes eine Arbeit als Verwaltungsassistent aufnehmen. Mit der Eingemeindung der um die Stadt Gelsenkirchen herum liegenden Gemeinden nach Gelsenkirchen wurde Heinrich Schmidtkamp 1903 Mitarbeiter der Gelsenkirchener Stadtverwaltung. 1907 schaffte er hier den Aufstieg zum Verwaltungssekretär und arbeitete nun beim Standesamt. 1920 wurde Schmidtkamp zum Obersekretär befördert, 1922 erfolgte die Beförderung zum Bürooberinspektor. Schmidtkamp, der sich intensiv um sein berufliches Fortkommen bemühte, wechselte in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg mehrfach zwischen verschiedenen Ämtern bzw. Abteilungen der Gelsenkirchener Stadtverwaltung. 1930 wurde er zum Stadtoberinspektor befördert und arbeitete nun in der Abteilung II a als Abteilungsvorsteher des Stadtpolizeiamtes im Rathaus Gelsenkirchen. Neben gewerbepolizeilichen Aufgaben und z.B. der Durchführung von Feld-, Forst-, Fischerei- und Jagdpolizeigesetzen oblagen Schmidtkamp die Aufgaben der Obdachlosenpolizei. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes ließ sich Schmidtkamp zum 1. Januar 1937 in den Ruhestand versetzen. Schmidtkamp verstarb am 7. Februar 1939.

Quelle: Stefan Goch "Mit einer Rückkehr nach hier ist nicht mehr zu rechnen" - Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während des "Dritten Reiches" im Raum Gelsenkirchen, Essen 1999. Stadtpolizeiamtsleiter Heinrich Schmidtkamp, S.55.


Andreas Jordan, Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. Juli 2017.

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