STOLPERSTEINE GELSENKIRCHEN

Gemeinsam gegen das Vergessen


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Heinrich Pieneck

Auch Heinrich Pieneck, Geschäftsführer und dann Vereinsführer des FC Gelsenkirchen-Schalke 04, gab nach der Befreiung vom Nationalsozialismus an, dass er nur zur Rettung des Fußballvereins der NSDAP beigetreten sei: »Als im Jahre 1933 die zur Macht gelangte NSDAP auch die Führung der sporttreibenden Vereine an sich zu reißen versuchte, war ich bereits 5 Jahre Vorstandsmitglied des durch seine außer- gewöhnlichen sportlichen Leistungen bekannten Fußball-Clubs Schalke 04. So genannte alte Kämpfer versuchten die Führung dieses Vereins abzulösen, da niemand in unserem Vereins-Vorstand Mitglied der Partei war. Um aber unser mit viel Mühe und Idealismus aufgebautes Sportwerk nicht in für uns fremde Hände gleiten zu lassen, beschloss der damalige Vorstand m. W. 1934, notgedrungen der Partei beizutreten, um den neuen Machthabern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das war die einzige Möglichkeit, weiter im Amt verbleiben zu können, da nach Anordnung die Vereinsvorstände durch den Kreisleiter der Partei bestätigt sein mussten. |Absatz]

Trotzdem wir nun auch der Partei angehörten, hatten wir kein Interesse und auch keine Zeit, uns um die politischen Dinge zu kümmern. Unsere ganze Freizeit war dringend notwendig für die Erledigung der Vereinsarbeit. Die von uns verlangte Abhaltung von Dienstabenden zur politischen Ausrichtung der Sportler, sind von uns nie abgehalten worden, ebenfalls unterblieben die vorgeschriebenen sportlichen Übungen zur Wehrertüchtigung. Wir ließen einem jeden seine politische Einstellung und kümmerten uns auch nicht um die konfessionelle Zugehörigkeit unserer Kameraden. [Absatz] Weil wir uns erst im Jahre 1934 angemeldet hatten, verlangte man von uns eine Beitragsnachzahlung und datierte unser Eintritts- datum in die Partei auf den 01. Mai 1933 zurück. [...]«

Quelle: Stefan Goch, Norbert Silberbach: Zwischen Blau und Weiß liegt Grau. Der FC Schalke 04 in der Zeit des Nationalsozialismus, Essen 2005. S.121


Andreas Jordan, Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. Juli 2017.

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