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Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Heinrich Hübner

Dr. med. Heinrich Hübner stammte wie viele Gelsenkirchener aus Ostpreußen und war dort am 23. Februar 1879 in Insterburg geboren worden. Er besuchte das Gymnasium in Gnesen und machte 1890 Abitur. Anschließend studierte er Medizin in Greifswald, Berlin und Königsberg und erlangte seine Approbation im Jahr 1903. Seine staatsärztliche Prüfung legte er dann im Jahr 1907 ab. Bevor er sich 1908 als Arzt in Schwersenz bei Posen niederlassen konnte, mußte er noch seinen Militärdienst ableisten. Noch im Jahr 1908 wurde Dr. Heinrich Hübner zum Kreisarzt in Posen-West ernannt. Im Ersten Weltkrieg wurde Hübner bereits im ersren Kriegsjahr zum Militär eingezogen. Aufgrund seiner Qualifikation und seiner vorherigen Tätigkeit als Kreisarzt wurde Hübner dann in den vom Deutschen Reich besetzten polnischen Gebieten als Kreisarzt eingeserzt, ab 1915 in Lodz und ab 1916 in Warschau.

Nach dem von Deutschland verlorenen Ersten Weltkrieg kehrte Hübner 1918 wieder als Kreisarzt nach Posen-West zurück. Doch hier blieb er nicht mehr lange, 1919 wurde er als Kreisarzt nach Waldenburg in Schlesien versetzt. Von dort aus wurde Dr. Heinrich Hübner 1934 als Kreisarzt nach Gelsenkirchen geschickt, wo er ab Juli 1935 im Rahmen der Durchführung des "Gesetzes über die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens" vom 3. Juli 1934 als Amtsarzt und Leiter des Gesundheitsamtes bei der Stadt Gelsenkirchen angestellt wurde. Dr. Heinrich Hübner trat auch in dieser Funktion für eine Verschärfung der Überwachung der Sinti und Roma ein.

Ab 1938 durfte Dr. Heinrich Hübner sich als „Städtischer Obermedizinalrat" bezeichnen, 1943 wurde er zum „Medizinaldirektor" befördert. Dr. Heinrich Hübner trat nicht der NSDAP bei, sondern wurde ab 1. April 1934 Mitglied in der NS-Volkswohlfahrt und im selben Jahr auch beim NS-Ärztebund und beim Reichsbund der Deutschen Beamten. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges wurde Hübners Versetzung in den Ruhestand zunächst verschoben. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus, die Dr. Heinrich Hübner als von der geflohenen Verwaltungsspitze zurückgelassener Notleiter der Gelsenkirchener Stadtverwaltung erlebte, stellte er schließlich im Dezember 1945, bereits 66 Jahre alt, einen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand. Am 1. April 1946 trat Dr. Heinrich Hübner in den Ruhestand. Er starb am 8. Januar 1962.

Quelle: Stefan Goch "Mit einer Rückkehr nach hier ist nicht mehr zu rechnen" - Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während des "Dritten Reiches" im Raum Gelsenkirchen, Essen 1999. Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Heinrich Hübner, S.61-62.


Andreas Jordan, Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. Juli 2017.

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