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Hans Kärgel

Hans Kärgel

Abb. 1: Hans Kärgel in den Dreißiger Jahren. Auch beteiligte sich Hans Kärgel bereitwillig als Angehöriger einer Mordinstitution an Vernichtungskrieg und Massenmord, u.a. in Polen und Holland.

Hans Kärgel, geboren am 16. Oktober 1902 in Köln; 1929 Offiziersanwärter der Schutzpolizei Berlin; 1932 NSDAP; 1937 Hauptmann und Hundert- schaftsführer in Gelsenkirchen-Buer, 1938 Einsatz in Österreich u. Sudetenland, 1939-1942 Kompa- niechef (III. Kompanie) im Polizeibatallion 61 (ab Juli 1942 (SS)- Polizei-Regiment 9), Beteiligung an Gewaltmaßnahmen und Mordtaten gegen die Zivil- bevölkerung, Bewachung des Warschauer Ghettos; so beteiligte sich Kärgels III. Kompanie an einem "Wettbewerb" des Polizeibatallion 61, bei dem es darum ging, die meisten Juden zu erschießen.

1941 Beförderung zum Major, diese Beförderung steht im Zusammenhang mit Kärgels "Verdiensten" im so genannten "Polenfeldzug", dort habe er seine "Tapferkeit" bewiesen, insbesondere "hat er am 11. u. 12. September 1939 mit seiner Kompanie die Wälder in der Umbebung von Punitz von polnischen Banden gesäubert", heißt es im Schreiben zu sei- ner "bevorzugten Beförderung". Wobei mit "Säu- berung" nichts anderes als Erschießungen gemeint waren. Weitere "Verdienste" erwarb sich Kärgel mit seiner III. Kompanie am 15. September 1939 bei einer "Säuberungsaktion" im Raum des Dorfes Steszewice nordöstlich von Posen. Weiter heißt es in dem Schreiben: "Auch während der dem Polenfeld- zug folgenden Befreiungsperiode im Warthegau hat Hauptmann Kärgel mit seiner Kompanie Bekämpfung polnischer Banden, Evakuierungen und Exekutionen von Polen zu meiner vollsten Zufriedenheit durch- geführt." Kärgel war auch SS-Hauptsturmführer und Lehrer beim Reserve-Polizeibatallion 61. April 1942 Polizeibatallion 41 in Lublin, u.a. Durchführung von Massenvernichtungsmaßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung; Ab 01.02.1942 beim Bataillonsführer-Lehrgang in Ede bei Arnheim; September 1942 Kom- mandeur des Polizeibatallions 68 (ab Juli 1942 (SS)-Polizei-Regiment 3) in den Niederlanden, Massen- verhaftungen von Juden in Amsterdam, Durchführung von Deportationen (Westerbork); veröffentlichte 1954 einen apologetischen Bericht über das Polizeibatallion 61.

Links im Foto: 1937 Unterkunft d. Hundertschaft in der so genannten 'Polizeistadt' in Gelsenkirchen-Buer

Abb.: Das damalige Polizeiamt Buer und die Polizeiunterkunft (links) bildeten eine zusammenhängende Bauanlage. Die Gebäude sind erhalten geblieben.


Andreas Jordan, Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. November 2018.

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