STOLPERSTEINE GELSENKIRCHEN

Gemeinsam gegen das Vergessen


Stolpersteine Gelsenkirchen

← Die Dabeigewesenen - A-D


Die Dabeigewesenen - Gelsenkirchen

Arbeitsamt (Reichsbehörde)
Hauptamt Gelsenkirchen, Hindenburgstr. 39-41

Leiter des Arbeitsamtes: Oberregierungsrat Dr. Schmidt, Stellvertreter Dr. Trottenberg
Verwaltungs- u. Personalabteilung: Verwaltungsamtmann Retz
Abt. Arbeitseinsatz: Verwaltungsamtmann Müller
Abt. Arbeitslosenversicherung: Verwaltungsamtmann Gründler
Abt. Berufsberatung: Verwaltungsamtmann Dr. Schmülling
Kasse: Verwaltungsoberinspektor Stelten
Nebenstelle Buer, Ludwig-Knickmann-Str. 84
Übergeordnete Behörde: Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen in Dortmund

Quelle: Adressbuch Stadt Gelsenkirchen, Ausgabe 1939

Arbeitsamt im Nationalsozialismus

Arbeitsamt im Nationalsozialismus

Abb. 1: Plakat der NSDAP zur Arbeitsbeschaffung, Dresden, 1934. "Der Weg zur Arbeit durch das Arbeitsamt des neuen Staates" (Deutsches Historisches Museum, Berlin, Inv. Nr.: P 63/751)

Die Arbeitsämter hatten während des NS-Regimes weitgehende Vollmachten und Kontrollmöglichkei- ten. Sie waren Arbeitseinsatzbehörden und wiesen Betrieben, die im Sinne der Aufrüstung als relevant galten, Arbeitskräfte zu. Sie legten Arbeitsbücher für alle Registrierten an, in denen Infos zur Person, Ausbildung und alle bisherigen Beschäftigungen festgehalten wurden. Ab 1934 konnte durch das Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes der Zu- zug von Arbeitskräften in bestimmte Gebiete gesperrt und die Abwanderung landwirtschaftlicher Arbeiter untersagt werden. Ab 1938 war ein Arbeits- platzwechsel genehmigungspflichtig, d.h. wer kün- digen wollte, brauchte die Genehmigung des Ar- beitsamtes. Das Amt konnte zudem Dienstverpflich- tungen vornehmen, überwachte die Löhne und verhängte Strafen.

Mit Beginn des Zwangsarbeitereinsatzes im Sep- tember 1939 wurden auch die ausländischen Arbeitskräfte registriert und den rüstungswichtigen Betrieben zugewiesen. Anfang 1940 organisierten Mitarbeiter des Gelsenkirchener Arbeitsamtes die Verteilung der ersten polnischen Zwangsarbeiter auf Lager in Gelsenkirchen, kurze Zeit später folgen 673 französische Kriegsgefangene, die in einem Lager auf dem alten Flugplatz Rotthausen (heute Trabrenn- bahn) interniert waren. Verstöße der ausländischen Arbeitskräfte, wie spätes Erscheinen, Fehler bei der Arbeit, nicht den Anfor- derungen entsprechende Arbeitsleistung, wurden rigoros geahndet. Ihnen drohte die Einweisung in ein Arbeitserziehungslager oder ein Konzentrationslager.

Quelle: Vgl. Klaus Schäfer, Arbeitsamt (Hildesheim).
Literatur: Roland Schlenker, "Ihre Arbeitskraft ist auf das schärfste anzuspannen". Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterlager in Gelsenkirchen 1940-1945 (Schriftenreihe des Instituts für Stadtgeschichte Gelsenkirchen, Materialien, Bd. 6), Essen 2003

Arbeitsamt Gelsenkirchen: Liste Unterkünfte Ost- und Westarbeiter

Abb.: Arbeitsamt Gelsenkirchen: Liste Unterkünfte Ost- und Westarbeiter im Bezirk des Arbeitsamtes Gelsenkirchen". Ganze >> Liste


Andreas Jordan, Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. August 2017.

↑ Seitenanfang